Was ist die PPWR?
Die Verpackungsverordnung – Verordnung (EU) 2025/40 – ersetzt die bisherige EU-Verpackungsrichtlinie. Da es sich um eine Verordnung handelt, gilt sie unmittelbar und einheitlich in allen EU-Mitgliedstaaten, statt in unterschiedliche nationale Gesetze umgesetzt zu werden.
Sie trat im Februar 2025 in Kraft und gilt allgemein ab dem 12. August 2026. Viele ihrer einzelnen Anforderungen werden anschließend in den folgenden Jahren schrittweise wirksam.
Wen betrifft sie?
Die PPWR gilt für alle Verpackungen, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden – unabhängig vom Material und vom Herstellungsort. Die meisten Pflichten treffen das Unternehmen, das verpackte Produkte in Verkehr bringt: Hersteller, Markeninhaber oder Importeur. Verpackungslieferanten außerhalb der EU, auch in der Türkei, müssen daher Verpackungen liefern, die ihren EU-Kunden die Einhaltung der Vorschriften ermöglichen.
Zentrale Anforderungen
- Recyclingfähigkeit: Verpackungen müssen recyclinggerecht gestaltet sein, wobei sich die Anforderungen bis 2030 und darüber hinaus verschärfen.
- Minimierung: Gewicht und Volumen von Verpackungen müssen auf das für ihre Funktion notwendige Maß reduziert werden.
- Leerraum: Bei Sammel-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen wird der Leerraumanteil begrenzt, in der Regel auf höchstens 50 %.
- Rezyklatanteil: Für Kunststoffverpackungen gelten Mindestziele für den Rezyklatanteil.
- Harmonisierte Kennzeichnung: EU-weite Kennzeichnungen helfen Verbrauchern, Verpackungen richtig zu trennen.
- Verpackungen mit Lebensmittelkontakt: Beschränkungen für PFAS in Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Warum papierbasierte Verpackungen eine starke Option sind
Papier und Karton sind nachwachsend, werden flächendeckend gesammelt und gehören zu den am häufigsten recycelten Verpackungsmaterialien in Europa. Monomaterial-Verpackungen aus Papier – ohne unnötige Kunststofffenster oder Folien – sind in der Regel leichter zu recyceln. Passgenaue Schachteln verringern zugleich den Leerraum und das Frachtvolumen.
Praktische Schritte für Marken
- Prüfen Sie Ihr Verpackungssortiment auf unnötige Lagen, Kunststoffkomponenten und überdimensionierte Schachteln.
- Bevorzugen Sie nach Möglichkeit Monomaterial-Lösungen aus Papier.
- Ersetzen Sie Kunststofffenster und Kaschierungen durch papierbasierte oder wasserbasierte Alternativen, wo Ihr Produkt es zulässt.
- Passen Sie Versand- und E-Commerce-Schachteln an die Größe Ihrer Produkte an.
- Fordern Sie von Ihren Verpackungslieferanten Materialinformationen für Ihre Konformitätsdokumentation an.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Detaillierte Anforderungen und Termine sind in der Verordnung und in Durchführungsrechtsakten festgelegt, die zum Teil noch erlassen werden. Bitte prüfen Sie den offiziellen Text und holen Sie für Ihre Produkte fachkundigen Rat ein.



